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VOM AUFSTIEG DES OSNABRÜCKER PREUßENBLUT- ZWINGERS |
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Ein Leben für den Deutschen Schäferhund
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Vom Aufstieg des Osnabrücker Preußenblut- Zwingers Seit siebzehn Jahren vergeht keine deutsche oder bedeutendere internationale Hundeausstellung, auf der nicht die Schäferhunde des Osnabrücker Zwingers „Preußenblut“ allgemein beachtete Erfolge erzielen können. Auch auf der internationalen Schau von Hunden aller Rassen aus sämtlichen europäischen Ländern in Utrecht fielen der erste, zweite und vierte Preis im Wettstreit um den „Oranienpreis“ der Königin der Niederlande an Hunde aus der Osnabrücker Zucht. Der Oranienpreis wurde damit von einem „Preußenblut“ zum zweiten Mal gewonnen. Wo die Stadt Osnabrück an ihrem südwestlichen Rande, hügelauf ansteigend, zum Lande wird, liegt inmitten eines umzäunten baumbestandenen Geheges ein niedriges, graues Haus, mit hellen Fenstern. Die Zimmer dieses Hauses, angefangen vom geräumigen Vorzimmer, sind mit den Bildern von Hunden und mit den Ehrenpreisen von zahlreichen Ausstellungen geschmückt. Hier wohnt der Züchter Karl Dettmer mit seiner Familie, zu deren engstem Kreis auch die kleine, schwarze Dackelhündin „Nixe“ zählt. Rings um das Haus auf dem etwa 5000qm großen Grundstück, tummeln sich etwa 22 Deutsche Schäferhunde der „Preußenblutzucht“, die hier ihre Urheimat hat.
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Seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten kann der Zwinger Karl Dettmers auf allen von ihm beschickten Ausstellungen Erfolge für sich verbuchen. Die Harmonie mit Hunden begleitet den heute Achtundvierzigjährigen schon von früher Kindheit a, als der alte „Hektor“ automatisch die Wiege mit der Schnauze zu schaukeln begann, sobald der Säugling unwillig schrie. Als Junge pflegte Karl oft zu seinen Spielkameraden zu sagen, er werde einmal ein „großer Hundzüchter“ werden. Was damals noch ein jugendlicher Scherz war, wurde 1921 zum Ernst. Damals kaufte Dettmer seinen ersten Hund, einen Dobermann, zu Zuchtzwecken. Auf der ersten Ausstellung die er mit diesem Hund besuchte, erhielt das Tier das Prädikat „vorzüglich“ – ein Zeichen für den sicheren Blick des Züchteranwärters für den Qualitätshund. Im Jahr 1927 begann Dettmer, geleitet von dem Gedanken, Gebrauchshunde nach dem Gesichtspunkt der Zweckmäßigkeit heranzuzüchten, ausschließlich Deutsche Schäferhunde aufzuziehen. Der Stammbaum ist Dettmer nicht so sehr die unbedingte Hauptsache, als vielmehr der Charakter und das geistige Auffassungsvermögen des Hundes.
Damals bereits, bald nach Beginn seiner Schäferhundezucht, fanden Dettmers Tiere in steigendem Maße das Interesse der Polizei, der Bahnpolizei und den Zollbehörden. Heute zählt auch die britische Polizei zu den eifrigsten Interessenten der „Preußenblut- Zucht. Den offiziellen Namen „Preußenblut“ erhielt der Zwinger im Jahre 1931 von seinem Herren. Bald danach begann die Serie der Ausstellungserfolge des Zwingers.
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Die erste Silbermedaille holte sich ein „Preußenblut“ – Hund auf der Reichssiegerausstellung 1934. Von da an verging kein Jahr ohne neue Erfolge in Form von Silber- und Goldmedaillen, von Ehrenpreisen verschiedener Städte, von Zuchtauszeichnungen und sonstigen Ehrungen. Diese sichtbar aufsteigende Zuchtarbeit wurde gleich vielen anderen vom Kriege unterbrochen. Der Zwinger musste sich auf das Heranzüchten von Hunden für öffentliche Sicherheit umstellen.
In das Jahr 1944 auf den 23. April, fällt die Geburt des im Mai 1949 in Osnabrück von unbekannter Hand, vermutlich aus Hass und Neid, sinnlos vergifteten „Lex Preußenblut“, des Hundes, in dem nach Ansicht seines Herren wie auch der übrigen Fachwelt alle gewünschten und erhofften Erbmerkmale ideal zusammengefasst waren, und der für die künftigen vorbildlichen Zuchtergebnisse des Zwingers von ausschlaggebender Bedeutung wurde. Seine Wurfgeschwister Leander, Lende, Leiter und Letter stehen dem vergifteten Rüden an Qualitäten offensichtlich nicht nach, wie alle Nachkommen beweisen.
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Im gleichen Jahre, 1949, wurde „Lende“ Landessiegerin, wurde der jüngere Bruder von „Lex“ – „Udillo“, Landessieger, während ein „Lex“ - Sohn 1950 das Championat in England errang, eine „Lex“ – Tochter im gleichen Jahr als Siegerin in der Schweiz hervorging, ein anderer „Lex“ – Sohn Gewinner in Kanada wurde und „Volt“, auch ein „Lex“ – Nachkomme, in Belgien mehrer Gewinne auf sich vereinigen konnte. 1951 schließlich erhielt Dettmer auf der deutschen Siegerausstellung in Ludwigshafen im September den ersten Preis unter den Zuchtgruppen und den Ehrenpreis des Vereins für Deutsche Schäferhunde für die beste Gesamtleistung. An erster Stelle wurde auf der Ausstellung „Bora Preußenblut“ mit der „Siegerauslese“ bewertet. Acht Tage zuvor hatte ihr Vater „Udillo“ in Tokio eine Goldmedaille und die Bewertung „Siegerauslese“ erobert. Der letzte Erfolg diesen Jahres war die internationale Hundeschau in Utrecht, bei der sich die „Preußenblut“ – Hunde unter 960 Konkurrenten erfolgreich durchsetzten.
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Nicht lange vor dieser Ausstellung hat Dettmer einen Rüden der Lex- Zucht an den Zuchtleiter des Vereins für Schäferhunde in der Sowjetzone abgegeben. Mit diesem Hund soll nun in der Sowjetzone eine planmäßige Zucht begonnen werden. Der Erfolg der Austellung in Utrecht spiegelt sich in zahlreichen Kaufgesuchen und Lieferaufträgen auf Preußenblut- Hunde aus dem Auslande, darunter aus Neuseeland, Indien, der Schweiz, Brasilien und Japan. Die Stadt Osnabrück hat dem Züchter unlängst auf sein Gesuch hin zugesagt, ihm ein neues Gelände für seine Zucht zur Verfügung zu stellen. Dort will Dettmer, sobald es sich ermöglichen läßt, ein Stadion schaffen, in dem sich Züchter und Hundeführer mehrmals jährlich treffen sollen, um die Hunde in freier Bahn zu erproben und zu trainieren. Sonstige weitere Pläne Dettmers? "Schäferhunde züchten!" sagt er lächelnd, "sie sind meine Lebensaufgabe."
Original Zeitungsausschnitt
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