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PREUßENBLUT IN DER GANZEN WELT BEKANNT |
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Preußenblut: In der ganzen Welt bekannt
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Schäferhunde aus Osnabrücker Zucht sind überall begehrt
Wenn die kleinen "Zippies" über den Rasen toben, ist auf dem Grundstück in Lüstringen "der Bär los". Verspielt uns tapsig balgt der gerade vier Monate alte Nachwuchs von Schäferhündin Leila, schert sich nicht um Zurufe und ist kaum zu bändigen. Doch die Welpen können sich nicht mehr lange in jugendlicher Unbekümmertheit raufen, sie werden nämlich in einigen Monaten "eingeschult", um später als Schutz-, Rettungs- oder Blindenführhunde überall in der Welt zu arbeiten. Dann muß sich auch Betty Dettmer, die seit dem Tod ihres Mannes Karl 1965 die "Zucht- und Schulungsstätte Preußenblut" weiterführt, von ihren Lieblingen trennen. Der Kontakt reißt allerdings nie ab: Regelmäßig treffen Briefe und Fotos bei Betty Dettmer ein, in denen über das Leben und die Streiche der Osnabrücker Hunde ausführlich berichtet wird.
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Die Dettmersche Schäferhundezucht entstand 1931 zufällig und spontan. Karl Dettmer, damals Bauzeichner im städtischen Straßenbauamt, brachte in jenem Winter täglich seinen Hund mit an die Arbeitsstelle- zum Verdruß der Kollegen. "Das Tier riecht", meinten sie rieten ihm, der keinen Meter ohne seinen Hund ging, doch eine Hundezucht zu eröffnen- und genau das tat der Osnabrücker dann auch.
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Als Karl Dettmer seine Zucht begann und- der damaligen Zeit entsprechend- "Preußenblut" nannte, war die kleine Betty aus dem Nachbarhaus erst zehn Jahre alt. Aus dem begeisterten Mädchen wurde Jahre später die Ehefrau von Züchter Dettmer. Der mit Abstand beste Hund in dem Zwingern, die zunächst auf der Berningshöhe und nach 1954 in Lüstringen standen, war der 1944 geborene und mehrfach preisgekrönte "Lex Preußenblut". Der Rüde ist noch heute Mittelpunkt einer "Blutlinie" der weltweit Siegerhunde entstammen. Als "Lex" 1948 quallvoll verendete, waren die Zeitungen voll mit Berichten über das wertvolle Tier: Unbekannte hatten den Rüden mit Arsen vergiftet.
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In jenen Nachkriegsjahren hatte Geraldine Dodge aus dem amerikanischen Rockefeller- Clan Interesse an dem Zuchthund bekundet und über den amerikanischen Stadtkommandaten viel Geld geboten. Erst nach langen Überlegungen war Karl Dettmer bereit, sich von seinem Prachtstück zu trennen- unter der Bedingung, daß die Hälfte des Geldes in Form von Medikamenten und Kindernahrung gezahlt werde. Kurz vor Vertragsabschluß wurde "Lex" vergiftet- und Familie Dettmer ist heute noch der Überzeugung, ein Nazi habe das Tier getötet, um zu verhindern, daß das Erbgut in die USA gehe.
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Die Schäferhunde aus dem Lüstringer Zwinger sind in der ganzen Welt zu finden. Erst vor einigen Monaten kam der Polizeichef des arabischen Sultanats Oman, begleitet vom Botschafter von Katar als Dolmetscher, um Zuchthündin Antje "für einen guten Preis" in das Wüstenland zu holen. Der in Osnabrück geborene Romanautor Erich Maria Remarque "schwor" auf die "Preußenbluthunde", seine in der Schweiz lebende Witwe Paulette Goddard besitzt ebenfalls einen Lüstringer Schäferhund. Paulette Goddard- Remarque
Schlagzeilen machte ein Hund der Dettmer- Zucht, der an eine Peugeot- Aktionärin verkauft wurde. Als deren Yacht im Mittelmeer Feuer fing und nur die Menschen Platz im Rettungsboot fanden schwamm der Hund fünf Stunden allein im Meer, bis ihn die Besatzung eines spanischen Bananendampfers auffischte. Madame Lydia Ladouch
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Für viele Hundefreunde sind die "Preußenbluttiere" Gefährten der ganzen Familie, andere nutzen die Schäferhunde als Rettungs- oder Schutzhunde. Nicht nur Unternehmer aus hiesigen Bereich schützen ihre Villen von den wachsamen Tieren aus Lüstringen, auch der Verleger Axel Cäsar Springer ließ seine Häuser von vier Preußenbluthunden bewachen. "Wenn unsere Tiere dort aufpaßten, wurde nie eingebrochen", erzählt Betty Dettmer stolz.
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Die Geschichte der Familienzucht drückt sich nicht nur in den vielen Pokalen aus, die ihre Schäferhunde bei Zuchtschauen gewann, sondern auch in Briefen aus allen Erdteilen, in denen die neuen Besitzer vom Zusammenleben mit ihren "Preußenbluttieren" schwärmen. Die Arbeit mit ihren zehn bis fünfzehn Zöglingen macht der heute 67 jährigen Betty Dettmer nach wie vor viel Spaß, selbst wenn sie- abgesehen von der Mittagspause- von morgens 9 bis abends 19 Uhr von ihnen auf Trab gehalten wird. Ihr ständiger Begleiter ist Bill, der mittlerweile als Zuchtrüde zu alt ist und im Haus sein "Rentenalter" beschließt. Gesellschaft leistet ihm meist einer von Leilas "Zippies", die nacheinander im Haus leben, um sich an eine solche Umgebung zu gewöhnen. Schließlich möchte Betty Dettmer auch von diesen Welpen nur gute Neuigkeiten aus aller Welt hören.
Original Zeitungsbericht
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